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Samstag, 23. Dezember 2017

vor Weihnachten

... wollte ich doch noch unbedingt einen post veröffentlichen!
Nun sitze ich hier in meinem fast fertig geschmückten Weihnachts-Wohnzimmer... der Baum ist seit Donnerstag geschmückt, die Krippe ist aufgebaut, Einkäufe erledigt, Geschenke hübsch verpackt, usw...
Und eben habe ich noch eine Dreiviertelstunde live auf dem DOMREADIO-Kanal das große Weihnachts-Mitsingkonzert "Komm loss mer Weihnachtsleeder singe!" mitbekommen.
Nun ist also ein bisschen Weihnachtsstimmung aufgekommen zwischen all den Vorbereitungen.


Endspurt auch bei den Adventskalendern.
Den weißen Kalender habe ich von meiner Kindern bekommen, den süßen Teddy-Schokoladen-Kalender von meinem Freund. Den großen Teddy werde ich morgen nach dem Frühstück verspeisen, heute Abend darf er mir noch beim " Rumbrasseln" zugucken.



Der Engel ist noch eingepackt, ich zeige ihn euch in seiner ganzen Pracht ein anderes Mal.
Die Schokolade ist nicht nur süß, sondern auch zuckersüß designt... finde ich. Beides hat er mir mitgebracht, ich kann mich über solche Kleinigkeiten immer sehr freuen, das weiß er!
💝
Engel, jetzt zur Weihnachtszeit denkt man an Boten Gottes, aber auch jeder Mensch kann ein Engel sein. 
Das habe ich neulich von einer lieben Seniorin gesagt bekommen. 
Sagt man das so leicht - "Du bist ein Engel" -?
Ich glaube nicht.
Den Schutzengel gibt es ja auch. Man kennt ihn als Talismann am Schlüsselbund usw... Engel sind ein Thema, das sich lohnt zu vertiefen.

Nun aber wünsche ich allen Lesern eine schöne Nacht vor dem Heiligen Abend, bevor die "Stille Nacht" kommt.

herzlichst
Marita










Samstag, 14. Oktober 2017

Die schönen Seiten des Älterwerdens

Das  Thema Älterwerden beschäftigt mich durchaus und daher mache ich noch auf den letzten Drücker" mit:

bei der Blogparade von Ines Meyrose "Die schönen Seiten des Älterwerdens"



Punkt 1
Zunächst fällt mir beim Thema "Älterwerden" das Klimakterium ein - die gefürchteten Wechseljahre
Keine schöne Seite des Älterwerdens! Warum ist das so? Die Frauengeneration vor uns hat sich nicht so intensiv mit ihrem Körper beschäftigt, wie wir ab den 60er Jahren geborene.
Ich erinnere mich an meine Mutter mit  typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen. In jüngeren Jahren konnte ich das überhaupt nicht verstehen. Jetzt habe ich meinen "Klimawandel" fast hinter mir und hatte Glück, es gab kaum Beschwerden. Klar, vor allem nächtliche Schweißausbrüche und mich plötzlich überfallende Hitzewellen kenne ich auch. 


Zur Information:  Das Zwischenhirn kann die Körpertemperatur wegen dem sinkenden Östrogenspiegel nicht mehr richtig regulieren. In der Haut weiten sich die Blutgefäße um Wärme abzugeben. Nächtliche Schweißausbrüche stören den Schlaf.

Während man bis vor wenigen Jahren die Beschwerden mit Hormonen behandelt hat, ist man inzwischen ganz davon weggekommen. Man war der Annahme, dass Hormone vor Herzinfarkt, Demenz, Brustkrebs und verschiedenen Altersbeschwerden schützen. Doch das Gegenteil ist der Fall: manche der östrogenhaltigen Hormone sind verdächtigt, Brustkrebs und Herzinfarkt zu begünstigen.

Gegen die Hitzewallungen helfen auch pflanzliche Mittel, wie Salbeiextrakt.
Der Hormonmangel kann sich auch auf die Psysche auswirken.


Viele Frauen schalten zu Beginn der Wechseljahre einen Gang zurück und lassen ihren beruflichen Stress zurück, andere entdecken neue Herausforderungen, wechseln Lebenspartner, Wohnung oder verändern sich beruflich neu.
Ich empfinde die Wechseljahre als eine ganz normale Phase im Leben.
Und man kann sogar den Wechseljahren etwas Positives abgewinnen:
- das Gewicht
- schlechte Laune und Stress
- keine Verhütung und Periode mehr

Punkt 2
Der Jugendwahn
Ich habe Mitte 50 überschritten, bin damit nicht mehr jung. Zu meinen Fältchen stehe ich, sie gehören zu mir und halten sich zum Glück in Grenzen. Einzig meine Zornesfalten stören mich, aber Botox? Das hilft nur eine gewisse Zeit, so denke ich, dass ich auch mit ein paar Mimik-und Lachfalten "schön" bin.
Nein, ich muss der Jugendlichkeit nicht hinterher jagen oder trauern! Und ich möchte auch nicht mehr 30 sein.

Punkt 3
Meine Ernährung ist bewusster und gesünder. Jetzt kaufe ich mehr Bio-Produkte als früher, achte mehr auf Vitamine. Ich habe das Gefühl, dass ich mir etwas Gutes gönne...

Punkt 4
Für meine Hautpflege setze ich schon seit Jahren vermehrt auf Naturprodukte, das könnte aber noch besser werden, vor allem in der dekorativen Kosmetik. In jungen Jahren, noch bevor die Kinder kamen, habe ich verhältnismäßig viel Geld für Kosmetik ausgegeben, heute sehe ich das anders.

Punkt 5
Selbstbewusst
-trotz figürlicher Probleme.
Eine schlanke Figur ist nicht notwendig um selbstbewusst zu sein. Auch Menschen mit ein paar Kilos zuviel haben Selbstbewusstsein. Es kommt darauf an, wie man sich kleidet, ob man was für sich tut und ob man sich akzeptiert.




Punkt 6
Freiheit
Die Kinder sind aus dem Haus, ich kann meine neu gewonnene Freiheit genießen und bin zufrieden mit mir und meinem Leben. Dazu gehört auch mein Freund. Auch wenn uns 50 km trennen, versuchen wir uns so oft wie möglich zu sehen. 
30 Jahre habe ich mich um die Kinder, meine Familie, meine Eltern gekümmert. Oft in Urlaub gefahren sind wir nicht, und wenn, dann war es Familienurlaub an der Nordsee, preisgünstig. Das waren die "schönsten Jahre" im Leben einer Frau. Mich selbst habe ich da oft hintenan gestellt. Jetzt ist das anders und ich "lebe noch mal richtig auf"::

Punkt 7
Gelassenheit
.. beginnt im Kopf. Dazu gehört auch sich an den kleinen Dingen zu erfreuen, dazu hatte ich früher weniger Zeit und Muße. Heute kann ich eher mal die Seele baumeln lassen, mich treiben lassen, Zeit einfach verstreichen lassen, meine Katze beim Schlafen zusehen..
Frauen ab 50 sind heute selbstbewusster und aktiver und werden nicht mehr als alt wahrgenommen. Das trifft auch auf mich zu. Manche Unsicherheit, auch mit meinem Äußerem, habe ich überwunden und beweisen muss ich mir nichts mehr. Dahingehend habe ich mich weitereintwickelt, 
50 ist die neue 40, 60 ist die neue 50- hört man oft. Ich finde das passt ( meistens).

Punkt 8
Kraft und Reife
Begriffe, die, wie ich finde, auch gut zu den schönen Seiten des Älterwerdens passen.
Meine persönliche Reife habe ich nicht mit der "Mittleren Reife" im Jahr 1977 erreicht, dem Realschulabschluss. Nein, gereift bin ich vor allem mit meinen Eltern. Mein Vater, den ich sehr geliebt habe, ist schon 17 Jahre tot. In all den nachfolgenden Jahre habe ich mich sehr um meine Mutter gekümmert, man kann sagen, sie war mein drittes Kind. Das war sehr kräfteraubend. Meine Mutter war 14 Jahre ein Pflegefall. Zusammen mit der professionellen Hilfe eines Pflegedienstes habe ich mich in allen Bereichen gekümmert und verantwortlich gefühlt. Das hat mir viel abverlangt.
Vor sechs Jahren ist mein Mann plötzlich und unerwartet an meiner Seite verstorben. Er hat einen Tod bekommen, wie wir ihn uns alle wünschen. Die Zeit danach hat sich verändert. Als Frau muss ich nun "meinen Mann" stehen, bin alleine verantwortlich. Von den Arbeiten an und im Haus mal sowieso abgesehen. Ich sage immer: Hier in unsererm Dorf gibt es Frauen, die noch nicht mal die Mülltonne an die Straße stellen... Zu diesen Frauen habe ich noch nie gehört.   Klar, mein Mann hat früher alle schweren Arbeiten rund um Haus und Grundstück übernommen... ich habe schon einiges alleine bewältigt... z. B. Renovierungsarbeiten. Kraft geben mir auch meine Kinder: Wir sind näher zusammengerückt, auch wenn beide 60 km entfernt in Köln wohnen.
Kraft und Überwindung hat mich folgende Situation gekostet: Im Rahmen meiner Tätigkeit bei einem großen christlichen Anbieter musste ich zuletzt einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Natürlich stand auch die Herzdruck-Massage auf dem Programm, die wir mit Hilfe einer Puppe durchführen mussten. Als ich drangekommen bin, wollte ich das zunächst verweigern, wie schon vor zwei Jahren, während meiner  der Ausbildung zur Demenzbetreuerin.  Zu sehr sind die Bilder der Wiederbelebung meines Mannes in meinem Kopf, jedoch habe ich mich überwunden und habe jetzt ein gutes Gefühl diese für mich wichtige Hürde überwunden zu haben.

Punkt 9
Dankbarkeit
Schicksalschläge müssen wir alle verdauen.
Ich bin dankbar für das was ich bisher erleben durfte. Ich hatte eine schöne Kinderzeit und später eine schöne Familienzeit. Mein Haus ist meins und ich lebe in bescheidenem Wohlstand. Meine Kinder stehen auf eigenen Beinen. Mit meinem Partner will ich noch viele schöne Dinge erleben,  dazu gehört auch das Reisen...



Punkt 10
Wir streben alle eine würdiges Alter an und bis dahin werde ich jeden Tag als ein Geschenk ansehen.Meine Arbeit mit Senioren macht mir Freude, ich profitiere davon!

Beim Schreiben dieses Posts habe ich mir übrigens "The Who" mit  "My Generation" angehört, gleich mehrfach hintereinander.Ich finde, es verbindet die Generationen.

Donnerstag, 16. März 2017

Vor 75 Jahren


erschüterte ein tragisches Ereignis die Familie meiner Mutter.

1942 war der Zweite Weltkrieg im vollen Gange. Hier in den Dörfern des Siegtals war der Krieg zwar bemerkbar, aber noch "weit weg". Meine Mutter hat jedoch zeitlebens erzählt, wie am Himmel die "Schirmchen" und "Christbäume" (landläufige Namen für die Markierungen der Bombenabwürfe) gesetzt wurden. 
Bereits im Juni 1940 fielen die ersten Bomben auf Köln.  
Abends, am Himmel in Richtung Westen nach Köln, Luftlinie etwa 60 km entfernt. ... 
Welche Ängste und Sorgen mussten die Eltern geplagt haben? Immerhin wohnte die älteste Tochter Wilhelmine verheiratet in Köln. Zwei Söhne an der Front und zwei Töchter lebten zuhause. 
Wilhelmine war nach der Hochzeit im Jahr 1939 nach Köln-Longerich gezogen. Ihr Ehemann Friedrich, "Fritz", war bei der Bahn beschäftigt. Sie wohnten in unmittelbarer Nähe der Dionysius-Kirche. 



Wilhelmine und Fritz

Eine kleine Exkursion zum  Kölner Stadtteil Longerich: 

Vom Bauerndorf zum Kölner Stadtteil ist Longerich seit mindestens 3000 Jahren besiedelt.
Aus römischer Zeit datieren die Fundamente eines Bauernhofes nördlich von Longerich, eine Weihestätte des Jupiters und Gräber an der Neusser Landstraße. Damals hieß Longerich vermutlich Lunriacum. In einer Urkunde vom 11. August 922 findet die Ansiedlung erstmalige Erwähnung. Erzbischöfliche Schenkungsurkunden über Ländereien und Höfe aus den Jahren 927 und 1080 nennen die Ortsbezeichnung Lunrike. Später werden die Namen Londorff, Londerich, Lungenrath und schließlich Longerich verwendet. Heute noch spricht der Volksmund von Lunke, was sich von dem mehr als tausendjährigen Namen Lunrike herleitet. Viele Jahrhunderte lang ist Longerich ein Bauerndorf nordwestlich von Köln. Daran erinnern noch heute einige Straßennamen wie „Am Balsamhof“, „Im Lindweiler Feld“ oder „An der Ling“ (Linde). Zeugen dieser Zeit sind auch noch vereinzelte kleine Landarbeiter- und Tagelöhnerhäuser sowie Reste alter Höfe. Bevor Longerich vom Dorf zum Kölner Stadtteil wurde, gehörte es ab 1794 zu Frankreich, wird 1802 im Zuge der Säkularisation unter Napoleon in eine selbständige Bürgermeisterei umgewandelt und geht dann als solche 1815 an Preußen. 1888 schließlich wird Longerich nach Köln eingemeindet.Wenn man sein Interesse auf Longerich richtet, ist vorab zu wissen, dass dieser Kölner Stadtteil aus zwei sehr unterschiedlichen Bereichen besteht: das kleinere Alt-Longerich mit seinem Flair von Dörflichkeit und die erst 1969 zugeordnete, wesentlich größere Gartenstadt Nord mit ihrem ausgeprägten, grünen Wohncharakter. Heute ist Longerich ein beliebter, weitgehend von Einfamilienhaus-Siedlungen geprägter und von Grünanlagen durchzogener Stadtteil, in dem rund 15.000 Menschen leben.
                                                               Quelle: Stadt Köln: "Rundgang mit Tiefgang" - Auszug



Zu diesem Zeitpunkt ahnte man noch nicht, welche verheerende Wendung der Krieg nehmen würde.  Niemand konnte sich zu dieser Zeit vorstellen, dass Köln am Ende des Krieges zu 90% zerstört sein sollte. 

Söhnchen Friedhlem wurde im Januar 1942 geboren und in der Dionysiuskirche getauft. 

In der Nacht vom 13. auf den 14. März brach dann das Unglück herein.  
Britische Bomber bombardierten Longerich.
Die Bewohner in der Dionysstraße waren beim Alarm in den Keller eines Hauses geflüchtet. Es hatte ihnen nichts genützt. Die Druckwelle der Bombe nahm allen anwesenden Personen das Leben: 22 Tote. 
Nur der Säugling war am Leben geblieben. 
Die Eltern hatten sich schützend über ihn geworfen. 


Die Kirche und die umliegenden Häuser wurden völlig zerstört oder stark beschädigt. 
Angesichts der Stärke des Bombenangriffs könnte man davon ausgehen, dass man den nicht weit entfernten Militärfughafen "Butzweiler Hof" treffen wollte. Es war ein Vorgeschmack auf die bevorstehenden Ausmaße 
der Bombardierung auf Köln, 

der "Operation Millennium". 

Das war der Deckname bei dem die Royal Air Force (RAF) erstmals über 1000 Bomber gleichzeitig einsetzte, weshalb er auch als  „1000-Bomber-Angriff“ bekannt ist.

hierzu schreibt Wikipedia: 
Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das britische Luftfahrtministerium hatte am 14. Februar 1942 die Area Bombing Directive („Anweisung zum Flächenbombardement“) herausgegeben. In dieser Anweisung wurde dem neuen Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Air Force (RAF), SirArthur Harris, mitgeteilt, er könne seine Streitkräfte ab sofort ohne jede Beschränkung einsetzen. Die Einsätze seien auf die Moral der feindlichen Zivilbevölkerung zu konzentrieren – insbesondere auf die der Industriearbeiter.
  • Der RAF-Stabschef Luftmarschall Sir Charles Portal schrieb am 15. Februar: „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke laut Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“
  • Die Umsetzung begann mit dem Nachtangriff auf Essen am 8. und 9. März 1942 sowie weiteren Luftangriffen auf das Ruhrgebiet.
  • Dieser Strategie der Flächenbombardierung lag die Annahme der sogenannten Trenchard-Doktrin zugrunde, das Bombardieren von Wohngebieten – anstelle militärischer Anlagen – würde den Kampfwillen der Zivilbevölkerung schwächen. Diese beruhte auf Vorstellungen über den strategischen Luftkrieg aus dem Ersten Weltkrieg. Man hoffte, Aufstände oder Revolution gegen das Regierungssystem in einem gegnerischen Staat auszulösen und aus der Destabilisierung des Gegners einen kriegswichtigen Vorteil ziehen zu können. Dies erwies sich jedoch als Trugschluss und führte eher zum Gegenteil, nämlich einer Solidarisierung der Bevölkerung mit seinem Regierungssystem gegenüber dem Angreifer.

-
Am vergangen Sonntag, den 12. März, fand in der Pfarrkirche St. Dionysius ein Gedenkgottesdienst statt. Mein Cousin, seine Tochter und ich waren dabei. Als die Namen der Verstorbenen vorgelesen waren wir alle sehr berührt.  Der Pfarrer begrüßte vor dem Schlusssegen meinen Cousin namentlich und stellte ihn kurz vor - ein sehr emotionaler Moment, nicht nur für ihn. Anschließeng lud der Pfarrer alle Interessierten zu einer kleinen Ausstellung zum Thema "Bombenangriff vor 75 Jahren in Longerich" ein.

Die zusammengetragen sehr kleinen Fotos waren vergrößert worden und auf den Stellwänden präsentiert. Der Herr im grauen Sakko hatte sich viel Mühe mit der Ausstellung gemacht. 
Dabei bot sich die Gelegenheit ins Gespräch mit den Besuchern zu kommen.






Mein Finger auf dem Schuttfeld. 
Hier stand das Haus in dem sich die Bewohner und Anwohner im Keller in der Nacht von Samstag 13.3. auf Sonntag 14.3.1942  aufgehalten hatten und alle ums Leben kamen. 



Besonders zwei Fotografien habe ich mir lange betrachtet: 

die Männer auf dem Schuttfeld, die die Toten geborgen haben 
und das Kind gefunden haben
und
ein sehr sehr langer Leichenzug zum Friedhof.
Die Eltern meines Cousins sind allerdings in ihrem Heimatort beerdigt worden.




Ich bin mit der traurigen  Geschichte groß geworden, sehr oft habe ich die Geschehnisse und das Aufwachsen hier auf dem Land um meinen Cousin gehört.
Als junger Mensch kann man das Geschehene in´der großen Komplexibilität gar nicht so erfassen. Nach 75 Jahren dort  in der Kirche zu sein, löste auch bei mir starke expressive Gefühle aus. 
Ein Stück weit liegt es sicher auch daran, dass mein Sohn nun in Longerich lebt. 
Er ist dort Diakon und  in vier Kirchen eingesetzt. Die Dionysuskirche hat er in Sichtweite.





An der Kirche beginnt die Dionysstraße - damals wie heute. Hinter den drei Bäumen ist der Kindergarten, auf dem unteren Bild aus einer anderen Perspektive. 
Und genau hier stand das Haus in dem 22 Menschen den Tod fanden.  

So hat sich ein Kreis geschlossen. Schade, dass mein Mutter das nicht mehr erleben konnte. Sie ist 2015 verstorben und im gleichen Jahr ist mein Sohn nach Longerich gezogen. Ihr Neffe und ihr Enkel treffen sich am Ort des  furchtbaren Ereignisses. Aber ich bin der festen Überzeugung: Alles hat seine Bestimmung und es gibt keine Zufälle.



Freitag, 21. Oktober 2016

Danke für die mitfühlenden Kommentare!

Schon der vierte Tag heute ohne unseren geliebten Luke. Ich vermisse ihn so, ertappe mich schon mal, wenn ich nach draußen gucke und ihn gedanklich irgendwo sitzen sehe. Oder sein lautes forderndes Mauzen nach Futter. In diesen schmuddeligen ungemütlichen Herbsttagen hätte er auf einer Fensterbank gelegen... dösend das Geschehen um ihm herum betrachtend. Luke war ein Kater, der gerne "gesprochen" hat. Wenn man ihn ansprach, antwortete er. Das klang wie eine Unterhaltung... außerdem konnte er wunderbar trösten... und das brauchte meine Familie in den letzten Jahren häufiger. Er war so ein "Schmusebär"!

Die junge niedliche Nala ist so ganz anders, ist immer auf Achse und klettert so gerne in die Bäume.
Sie ist jetzt alleine, ohne "den Onkel Luke", wie wir gerne sagten. Aber Nala ist eine intelligente Katze, sie hat sich einiges von Luke abgeschaut, er war ein guter Lehrmeister. Nur das Öffnen der Zimmertüren oben im Haus ist ihr (noch) nicht geglückt, dazu ist sie zu leicht.

14 Jahre sind eine lange Zeit, meine Kinder waren 10 und 12 Jahre, als Luke mit seiner Schwester Lea als kleine Kätzchen zu uns kamen. In diesen 14 Jahren sind uns drei Katzen überfahren worden. Völlig unnötig. Jetzt wird Nala, die ja sowie schon unsere "Prinzessin" ist, noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Ich bin dabei die vielen vielen  Luke-Fotos zu selektieren um von den schönsten Bildern ein Fotobuch machen.

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Ganz harter Cut: Ein Exkurs in die Geschichte.
Heute also ein neuer Post von mir. Diesmal habe ich mir gerne die Zeit genommen. Es hat mich auch abgelenkt zu posten...

Die Bilder sind vom Ausflug nach Schloss Burg bei Solingen von Ende September.



Schloss Burg im "Bergischen Land" thront über bewaldete Berge und ist eine große Anlage. Erbaut wurde sie ab 1130 von den Grafen zu Berg,  die eine große rechtsrheinische Herrschaft über mehrere Jahrhunderte führten. Ich interessiere mich immer auch ein wenig für die Historie und vertiefe gerne mein rudimentäres Wissen z. B. hier  (über Schloss Burg und dem  Geschlecht der Grafen von Berg) und hier (über das Bergische Land). An der Schlacht von Worringen kommt man auf Schloss Burg nicht vorbei. Wenn man wie ich wenig über die Geschichte des Rheinlands weiß, sollte man über dieses wichtige historische Ereignis jedoch informiert sein.

Die Schlacht von Worringen im Jahr 1288, die größte Ritterschlacht im Mittelalter. 
Damals kämpften Kölner und Düsseldorfer gemeinsam mit den bergischen Bauern gegen den Kölner Erzbischof, der als Landesherr ein sehr mächtiger Mann war und die Handelswege kontrollierte. 
Zwei Ursachen hatten den Konflikt zwischen den beiden Seiten eskalieren lassen. Zum einen war da die Rivalität zwischen dem Erzbischof und Adolf von Berg, der vergeblich versucht hatte, bei der Wahl 1274 seinen Bruder als Erzbischof durchzusetzen. Dann gab es noch einen Erbfolgekrieg um Limburg im heutigen Belgien. Graf Adolf V. von Berg war einer der Gewinner der Schlacht. Er ließ den Kölner Erzbischof auf Schloss Burg gefangen nehmen und gründete kurz darauf Düsseldorf, sozusagen als "Belohnung". 
Köln war im 13. Jahrhundert die größte und mächtigste Stadt im Reich.

Schloss Burg hat ein wechselvolle Geschichte und war am Ende des 19. Jahrhunderts fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau begann 1890.

Das Bergische Land, zu dem mein Dorf am äußersten Zipfel auch noch gehört, hat seinen Namen  übrigens nicht von den hügeligen Wäldern (Bergen), sondern Namensgeber ist das Geschlecht der "von und zu Berg".

Schloss Burg ist ein Wahrzeichen in der Region.  Ich möchte einfach nur die Bilder sprechen lassen. Schloss Burg ist ein lohnenswertes Ausflugsziel für jung und alt. Neben Kirche, beliebt für Trauungen, dem Museum mit Rittersaal und Ahnengalerie, wird die Burg auch regelmäßig für die verschiedensten Events genutzt, z.B. für Konzerte.























Ein schönes Wochenende!

Sonntag, 25. September 2016

3 Jahre

... waren es vergangene Woche!


Die Zeit vergeht!

Oft wird es einem zu selten bewusst, was wirklich gut läuft und was für ein Glück man schon im Leben gehabt hat.

Und weil es so schön passt, ein Zitat von Michael Ende:

„Es gibt manchmal im Lauf der Welt besondere Augenblicke, wo es sich ergibt, dass alle Dinge und Wesen, bis zu den fernsten Sternen hinauf, in ganz einmaliger Weise zusammenwirken, so dass etwas geschehen kann, was weder vorher noch nachher je möglich wäre." 
(aus dem Märchen "Momo")

Genießt deshalb jeden kleinen Moment, auch wenn es manchmal schwer ist, es wird einen Grund haben warum etwas geschieht und meistens meint es das Schicksal am Ende gut mit einem.
So ist es mir erfahren. 

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Am Samstag vor einer Woche waren wir auf dem Pfeilstraßen-Fest in Köln. Die kleine exquisite Pfeilstraße bietet alljährlich "Ein Fest der Sinne" mit Designer Modeschau, Live-Musik, Kunst, usw.

Ich bin seitdem Besitzerin eines blauen Schafes..., ein kleines Miniatur-Friedensschaf baumelt an meiner Tasche!








Und auch an unserem Jahrestag haben wir etwas Tolles unternommen. Hier eine Vorschau:
Nein, es ist nicht im Kölner Dom!


Habt es fein und nutzt die herrlichen Spätsommertage!

Samstag, 28. Mai 2016

Diakonenweihe

In letzter Zeit war bei mir ganz schön viel los...so viel, dass ich jeden Tageinen Post schreiben müsste um alles zu zeigen. Aber das liegt mir fern, denn erstens habe ich nicht die Zeit dazu und zweitens finde ich es schade, wenn durch die hypothetische Aktualität die Ereignisse durch immer neue Posts überdeckt werden.
Heute zeige ich ein paar Impressionen von der Diakonenweihe meines Sohnes am vergangenen Sonntag, 22. Mai.

Was genau ist ein Diakon?
Das Wort kommt aus dem Griechischen: "Diakonos“ bedeutet wörtlich „Diener“. Der theologische Grundgedanke bestand darin, dass das Leben und Sterben Jesus für uns ein Dienst war, dass das Dienen darum die entscheidende Haltung des Christen und denen, die sich in der Kirche engagieren, sein sollte.

Wie wird man Diakon?
Der Diakon ist die Vorstufe zum Priesterberuf. Nächstes Jahr ist dann im Kölner Dom die Priesterweihe. Es gibt auch den verheirateten Diakon, den Diakon im Zivilberuf. Das Frauendiakonat in der katholischen Kirche wird zur Zeit diskutiert. In der ev. Kirche hat der Diakon ebenfalls eine hohe Bedeutung.

Die Eingliederung in die Gemeinschaft der Geistlichen (dem Klerus) geschieht durch die sakramentale Weihe, die durch das vom Bischof gesprochene Bittgebet um die Ausgießung des Heiligen Geistes und die im Amt benötigten Gnadengaben. Im Rahmen der Weihehandlung  legen sich die Kandidaten vor dem Altar auf den Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen wollen. Durch die Handauflegung des Bischofs auf den Kopf des Weihekandidaten wird die Weihe vollzogen.

Ich will nicht zu sehr in das Thema einsteigen, wer möchte kann sich hier *klick* schlau machen.

Am vergangenen Sonntag, waren also  die diesjährigen Weihe-Feierlichkeiten des Erzbistums Köln. Sie fanden in der großen Kirche St. Bruno im Kölner Stadtteil Klettenberg statt. Acht Männer wurden durch Weihbischof Rolf Steinhäuser zum Diakon geweiht.
Wir, Tochter mit Freund und ich mit meinem Rüdiger, saßen dank Platzkarten vorne.









Nach dem Segen des Weihbischofs zogen die Neu-Diakone während des Schlussliedes "Herr, großer Gott, dich loben wir" unter anschließenden Applaus aus der Kirche aus. 



Nebenan im großen Brunosaal hatten alle Anwesenden Gelegenheit zum Gratulieren. Man sieht mich vorne in der Mitte des Bildes - natürlich beim Fotografieren, meine Freundin Ingrid gratuliert meinem Sohn.
Es sehr für uns alle sehr sehr schön, dass so viele bei dieser Feier dabei waren, Verwandte, Freunde, Heimatgemeinde... Danke! Es war sehr bewegend!




Hier sieht man ein wenig vom Outfit: Die Jacke aus dem vorletzten Post mit passendem edlen Shirt aus feinem Material, das kommt auf den Fotos nicht so rüber, war aber sehr trageangenehm. Eine passende klassische nachtblaue Hose mit Bügelfalte und mit hohem Schurwollanteil komplettiert meine Kleidung für diesen Tag - alles von GELCO, einer Marke im leicht hochpreisigen Segment, die es aber bald nicht mehr gibt. Vervollständigt habe ich mein Outfit mit dunkelblauer Henkeltasche ( nicht auf den Fotos ) und nachtblauen edlen Wildlederpumps von Gabor, die mich aber leider gequält haben weil ich mir üble Blasen gelaufen habe..

Insgesamt ein unvergesslicher Festtag für unsere Familie. Sehr bewegende Feierlichkeiten! Die festliche Liturgie und die teilweise auf Latein gesungenen Lieder gefielen mir gut und machten mir als Kirchenchorsängerin auch keine Probleme!

Die Predigt kann man sich hier anschauen,
die komplette Feier kann man sich hier beim Dom-Radio anschauen.