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Freitag, 16. April 2010

Schonzeit und Lila-Laune
























Schonzeit
heißt es heute und die nächsten Tage für mich....

denn ich bin wieder zu Hause.
Auch wenn die Arthroskopie(Gelenk-Spiegelung) des Kniegelenks heute zu den operativen Standardmethoden der modernen Chirurgie gehört, hatte ich Ängste und Bedenken, denn mein Befund nach der Voruntersuchung sah nicht gut aus: komplexer Innen-Meniskussriss und großflächige Knorpelschäden...Eine Mikrofraktur wäre eine weitere Option für mich, so klärte mich ein Oberarzt auf.
Gestern früh wurde bei mir minimalinvasiv der Eingriff in einem Bonner Krankenhaus durchgeführt. Ich war um 7.30 Uhr die erste Patientin in der orthopädischen Tagesklinik und bezog kurz "mein Zimmer", wo ich bis 16.00 Uhr bleiben sollte. Ziemlich rasch ging alles, ein kleiner Cocktail für's Gemüt und dann fuhr man mich im OP-Hemdchen usw. in den Keller... nach der Vollnarkose ausgeschlafen aber durchaus noch berauscht, verfolgte ich im Aufwachraum dem munteren Treiben der Krankenschwestern und Ärzte. Als ich den Chefarzt wiedererkannte, habe ich ihn, interessiert wie ich nun mal bin, mehrmals gefragt, ob er bei mir die Mikrofraktur gemacht habe... zu dumm, dass ich mich auf seine Antwort überhaupt nicht konzentriert habe.

Anschließend fuhr man mich ins Zimmer der Tagesklinik, wo mein Josef schon auf mich wartete. Ich habe dort allerdings im Wechsel geschlafen und die Schwestern neugierig nach meiner OP befragt, die mir aber nichts dazu sagen durften. Später am Nachmittag wurde ich verlegt und konnte mit meinem Bett aus der Tagesklinik in ein Zweibettzimmer umziehen. Inzwischen war ich richtig wach und knallhart musste ich mit Unterstützung von zwei Schwestern mit den Gehstöcken zur Toilette. Das war sehr schmerzhaft und ich war nach den wenigen Metern total geschafft. Das Schlimmste aber kam noch: "Einmal kurz husten bitte", forderte eine Krankenschwester und zog mir mit einem Ruck und einer Schmerzattacke den Drainageschlauch aus dem Knie! Geläutert durch diese starken Schmerzen gab man mir anschließemd ein kleines Pillchen, irgendein Opiat, welches mir für ein paar Stunden die Schmerzen betäubte. Am späten Abend war ich aber doch schon recht fit und heute Morgen ging es noch besser. Wozu hatte ich auch seit Tagen das Gehen mit Krücken geübt? Sollte nicht umsonst gewesen sein. Geschlafen in der Nacht habe ich allerdings so gut wie gar nicht, zwar waren die Schmerzen ertragbar und der Geist war müde, aber bin immer nur für kurze Zeit eingedöst. Mit meiner Bettnachbarin, die im Schultergelenk arthroskopiert wurde, hatte ich mich lange unterhalten, wir waren beide "aufgekratzt". Frau M. ist schon etwas älter, über 70, aber durchaus nicht altbacken und so haben wir uns über "Gott und die Welt" unterhalten...und da wir nur 20 km entfernt voneinander wohnen, haben wir uns versprochen, uns zu mailen und zu besuchen.

Heute morgen erwartete ich sehnlichst die Chef-Visite. Endlich Aufklärung!
Also: mein total kaputter Innenmeniskus war sogar noch eingeklemmt gewesen!

Die Mikrofrakturierung des Gelenkes konnte bei mir nicht durchgeführt werden, da noch genügend Knorpelschicht vorhanden sei.
Bei der microfracture nach Steadman werden mit unterschiedlich gewinkelten "Ahlen" kleine Perforationen in den freiliegenden Knochen gesetzt. Diese Perforationen werden etwa im Abstand von 4 mm angelegt, die Tiefe der Perforationen beträgt 3 mm. Der gesamte Defekt wird durch Austreten von einem Blutkoagel (Superclot) bedeckt. Stammzellen, die sich in diesem Blutkoagel befinden, entwickeln sich zu einem Faserknorpel, der die Gelenkfläche bedeckt. Ein belastbaren und stabiler Ersatzknorpel kann dadurch gebildet werden. Anschließend muss man täglich längere Zeit mit einer elektrischen Bewegungsschiene das Gelenk mobilisieren und mindestens 6 Wochen Gehstöcke nehmen, denn das Knie darf nicht belastet werden.

Also keine Mikrofrakturierung bei mir. Ist das jetzt gut oder schlecht für mich?
Ich denke mal, dass es in meinem Fall gut für mich ist und ich bald wieder fit bin, so in 3 oder 4 Wochen, denn wenn mein Meniskus mich nicht mehr ärgern kann und der Knorpel drumherum geglättet ist, hat sich der Eingriff gelohnt.


Ich bin froh und dankbar, dass meine Gebete erhört und die Operation - wie es ausssieht - gut gelungen ist.

Ganz herzlich möchte ich mich bei allen bedanken, die mir alles Gute gewünscht haben! Ich habe mich auch über die Emails zur Genesung gefreut, über Telefonanrufe, Grüße usw. und freue mich immer noch...!

Als "Dankeschön" gibt es neben meinem Erfahrungsbericht ein paar neue Bilder.
Ich finde, die Farbe lila ebenso wie den gleichnamigen Film gefühlvoll, geheimnisvoll, sensibel aber auch kraftvoll und stark. Sie passt zu meiner Stimmung und weil ich das geahnt habe, wurden die Fotos bereits am Mittwoch gemacht.

Mittwoch, 24. März 2010

Traurig trotz Frühling





Etwas Farbe -
brauchte ich heute !!!
Nachdem ich gestern einen rabenschwarzen Tag hatte, musste ich mir heute was gönnen: neue Schuhe und ein anschließender Besuch im Gartencenter.
Neben den orthpädischen Einlagen, die heute fertig zum Abholen für mich bereit lagen, musste ich mir einfach noch ein paar megageile Schuhe kaufen: "Allrounder" von Mephisto.
Die Einlagen tragen sich besser als ich erwartet habe und sind superbequem.Habe ich schon im Schuhgeschäft gemerkt.
Sie waren notwendig, weil mein Arzt der Meinung war, dass sie mir bei meinem Knieproblemen helfen.Hauptsächlich ist das linke Knie betroffen.
Um die Sache etwas abzukürzen:
Gestern war ich noch mal zum MRT ( Kernspinntomografie), in der "Röhre", wie man so schön sagt. Bei der Beurteilung der Aufnahmen wurde mir eindringlich eröffnet, dass nur eine Knie-Arthroskopie mir Linderung verschaffen kann... Mein linker Innenmeniskus ist total kaputt, die vor zwei Jahren zum ersten Mal aufgetretene Arthrose hat sich rapide verschlimmert...
Ich war total frustriert.
Heute ging es mir schon besser. Habe mich heute Morgen krank gemeldet, das hat mich erst mal beruhigt. Ich habe dann einen Termin bei meinem Wunschorthopäden in einem Bonner Krankenhaus gemacht, nächsten Mittwoch zum Vorgespräch. Dann wird ca. eine Woche später die OP ( wahrschein ambulant) durchgeführt. Ist nicht schön, aber ich hoffe, dass ich danach keine Schmerzen mehr habe. (Zum Glück bin ich privat versichert!)
Aber es bleibt die Ungewissheit, wie es nach dem Eingriff auf Dauer für mich sein wird, Ende Mai fahren wir mit Bekannten nach Amsterdam... Ob es mir dann gut geht?
Kommt nämlich darauf an, wieviel vom Meniskus noch erhalten werden kann...

Heute Nachmittag habe ich mich dann aber schon wieder an den Frühblühern freuen können. Im Gartencenter kaufte ich ein paar Blümchen, für mich und andere, Die Echeveria in roter Papierrosette bekommt eine liebe Frau, die für mich seeehr günstig kniffelige Näharbeiten macht. Aber auch in meinem garten ist Farbe. Zur Zeit blühen die Krokusse in weiß und lila. Dicke Hummelm saßen in den Blüten und es war schon angenehm warm.
Natürlich kreisen meine Gedanken immer noch um die Kniespiegelung...


Aber ich hatte noch ein kleines Erfolgserlebnis:
Mein Layout für unsere Dorfzeitung "Däller Rundschau" ist fertig! Viele Stunden Arbeit liegen hinter mir, auch in mancher Nachtschicht... Jetzt kann sie in Druck gegen, Huchhu!