Montag, 6. Mai 2013

Zeit zum Lesen

 .....sollte ich mir öfter gönnen.
In der Hektik des Alltags bleibt meistens wenig Zeit für mich.

Am Sonntag allerdings habe ich es mir fein gemacht!
Mit zwei Frauen aus dem Dorf fuhren wir in eine Nachbargemeinde zu einer Lesung/Buchvorstellung. Der Autor Hanns-Josef Ortheil  war gekommen um  sein neues Buch vorzustellen. Vor etwa drei Jahren habe ich die Bücher "Die Nacht des Don Juan", wo sich alles um Mozarts Oper "Don Giovanni" dreht  und  den Venedig-Roman "Die Nacht der Lagune" gelesen.

Nach einer knappen halben Stunde Autofahrt kamen wir im "Kulturwerk" an. In der Halle wurden alle Anwesenden mit italienischen Köstlichkeiten ( gegen Spende) in erwartungsfrohe Stimmung versetzt. Am Buffet wetteiferten die verführerischsten "Dolci" um die Gunst. Sizilianischer Nusskuchen, Babas, Profiteroles, Cantucci...kleine Gläser mit Erdbeeren auf Panna Cotta... alles sah so lecker aus, man musste einfach so viel wie möglich probieren. Mein Favorit war ein kleines Zitronen-Tartelett... mmh!

Dann schnell einen leckeren trockenen Dornfelder ( okay, nicht aus Italien) besorgt, und
der angenehmen Stimme Ortheils gelauscht. 
Souverän führte er uns durch sein neues Buch "Das Kind das nicht fragte", zwischen den vorgelesenen Passagen sprach er über Handlung und Charaktere, aber auch über die Entstehungsgeschichte des Buches. Der Roman spielt in Sizilien. Und natürlich sprach er auch ein bisschen über sich selbst.
Wer mit dem Werk Hanns-Josef Ortheils vertraut ist, kennt die biographischen Umstände, aus denen es sich entwickelt hat. (Wer nicht, dem empfehle ich mal zu googeln)

Die Zeit verflog im Nu. Ich war ein bisschen verzaubert, sehe auch jetzt noch immer im Sonnenlicht Siziliens gereifte Südfrüchte, höre förmlich die melodischen Klänge der italienschen Sprache. Ja, Italien ist das Land meiner Sehnucht!
Schon mehrfach war ich in Italien, auf Sizilien allerdings noch nicht. Und irgendwie wünsche ich mich dorthin... am besten sofort!

Wieder zuhause fühlte ich mich glücklich und frei... komisch... das mich die Lesung so "geflasht" hat!

Hach, es ist herrlich...der Frühling ist da!
In keiner Jahreszeit freut man sich so an Blumen, Düften und vor allem an Sonnenschein!
Sofort zog ich mir luftige Kleidung an, die neu gekaufte Blümchenbluse. Ich lief barfuß durchs Haus und bereitete für mich und meine alten Dame eine "kalte Platte"zu, Salat, Brot und geräucherte Forelle. Viel Hunger hatte ich nicht... dann setzte ich mich nach draußen und schlug mein neues Buch auf.

Werde ich noch zum Fan der Bücher von Hanns-Josef Ortheil? Noch weiß ich es nicht. Mir gefällt jedenfalls die Sprache, sie ist poetisch und der Schreibstil ist auf hohem Niveau.
Alles ist tiefsinnnig und mit feiner Beobachtung geschrieben.

Später bemalte ich mir die Fußnägel und  jagte eine Kapsel mit der Lieblingkaffeesorte durch die Nespressomaschine. Niemand störte mich und ich konnte ungehindert lesen... Der alte Apfelbaum in direkter Nähe hatte alle Knopsen geöffnet, unzählige Bienen summten und schwirrten in der Krone.



Am frühen Abend kam das Tochterkind nach Hause und hatte Erzählbedarf. Sie hatte auf der Kommunion des Sohnes einer Kollegin geholfen.Wir beide konnten auch noch lange draußen sitzen.

So sollten Sonntage sein!

Für die nächsten Tage sind Gewitter und kühlere Temperaturen vorhergesagt.
Regnen müsste es unbedingt, alles ist staubtrocken.
(anstatt zu gießen, kann ich ja dann lesen... höhö)

Eine schöne Woche - ob mit oder ohne Feiertag!
 
 
 
 

Kommentare:

  1. Ich lese auch total gerne,nur komme ichnciht ganz so oft dazu wie ich möchte.Das ändert sich wenn die Sommerferien da sind.Sonst lese ich zwischen durch mal eine Zeile.Abends im Bett lese ich auch,aber nicht allzuviel dann fallen mir schon die Augen zu.
    LG
    Nicole

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  2. So eine Lesung unterschätzt man oft und dann zehrt man doch so lange davon.
    Da hattest du wirklich einen schönen Sonntag!
    VG
    Elke

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  3. Hallo Marita,
    hört sich hoch interessant. Ich war noch bei keinen Lesungen, obschon Lesungen auch in unserer näheren Umgebung stattfinden. Es müssen nicht unbedingt die bekannten Schriftsteller sein. Unbekannte Schriftsteller dürften bestimmt genauso interessant sein.

    Gruß Dieter

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