Mittwoch, 13. März 2013

Von kleinen und großen Momenten im Krankenhaus

darüber zu schreiben... das fiel mir in den letzten drei Tagen ein, besonders am Montag.
Keine guten Nachrichten: meine Mutter ist am Sonntag mit einer  immer wiederkehrenden Geschichte ins Krankenhaus gekommen. Ich möchte das Krankheitsbild hier nicht aufrollen.
Mir ist bewusst, dass die Lebenszeit der alten Dame mit Ü80 begrenzt ist, und ihre Zeit vielleicht jetzt gekommen ist zu gehen. Trotzdem tut es so weh.  Ich bin traurig, dass ich mich damit jetzt auseinandersetzen muss.

Als ob diese Situation nicht alleine schon schlimm genug ist, muss ich mich auch noch über arrogante Ärtze und unfreundliches Personal ärgern.
In der Notfallambulanz am Sonntagnachmittag wurden wir (meine Kinder und ich) über zwei Stunden hingehalten mit dem Spruch "Der Arzt kommt gleich". Wie gesagt: Mehr als zwei Stunden!!
Notfallmäßig war sie zwar schon versorgt worden, d.h. Blutabnahme, Blutdruck, Infusion. Eine Schwester, die leider total überfordert war, weil sie praktisch zuviel zu tun hatte, war die ganze Zeit irgendwo in der Nähe, ließ uns aber mit der alten Frau total alleine. Also hieß das für uns  quasi "Selbstbedienung" an diversen Hilfsmaterialien wie Pappschalen und Papiertüchern um meine Mutter zu versorgen. Als der Arzt dann endlich im Haus war, meinte er nur salopp: "Tja, es ist kein Intensivbett mehr frei und in den umliegenden KH auch nicht... sie braucht aber ein Intensivbett!"
Bei dieser Aussage schaute er uns noch nicht mal an... er guckte über uns hinweg. Abgebrüht, arrogant, vielleicht auch resigniert und hilflos. Interessiert mich aber nicht. Was sind das denn bloß für Zustände!?
Schlimmer geht nimmer?
Nach weiteren zwei Stunden bekam sie dann doch noch das erforderliche Bett auf der Intensivstation.

Am Montag habe ich mich erneut geärgert. Und zwar tierisch!! Nach einem Telefonat meinerseits wurde ich sofort oder möglichst bald zur Intensivstation zitiert um den Arzt noch erwischen. Also mit wehenden Fahnen dorthin. Den Arzt konnte ich dann nach drei ( 3) Stunden Warten sprechen!!! Okay, ich mache dem Arzt keinen Vorwurf, aber der kurz angebundenen Schwester. Wer sich nicht auskennt: Man spricht vor der Intensivstation durch eine Sprechanlage mit der Schwester/ einem Pfleger. Eine Krankenschwester sagte mir stets: "Einen Moment bitte" . Okay, nach 20 Minuten klingelte ich erneut und bekam die gleiche Antwort. Nachdem eine Stunde vergangenen war- wieder das Gleiche. Okay... ich verstehe ja, " die haben sicher viel zu tun"... aber nach eineinhalb Stunden war ich doch so richtig sauer. Ich hatte mich beeilt... und wurde immer mit der gleichen monotonen Stimme abgespeist.
Wie lange ist denn ein Moment??? Für Mich längstens 10 Minten. Nach zwei ( 2) Stunden Warterei wurde ich schon sehr ungeduldig und sprach auch laut mit Besuchern die über den Gang zu einer andern Station gingen über diesen Zustand. Das hatte wohl der Stationsarzt gehört, der dann sehr beschwichtigend mich und den hinzugekommenden weiteren wartenden Beucher abkanzelte. Als ich dann sagte, man hätte mich hierhinzititiert, wurde er etwas einsichtiger. Ein diensthabender Arzt der Intensivmedizin kam plötzlich und nahm sich Zeit und sprach mit mir. Ein angenehmer verständnisvoller Arzt, moderat und freundlich.
Konnte die Schwester hinter der Sprechanlage nicht sagen: Es dauert noch eine Stunde ( zwei Stunden)... gehen Sie runter in die Caféteria und kommen sie um ... Uhr wieder". Ich bin nicht besonders ungeduldig. Wenn ich mich auf etwas einstellen kann, schon mal gar nicht.
Aber drei Stunden Warten und immer wieder vetröstet werden ist stressig und ungehalten.

Meiner Mutter geht es nicht gut. Vielleicht schafft sie es noch mal- und alles wendet sich noch mal zum Guten. Ich möchte sie gerne noch etwas behalten. Ich bin noch nicht soweit, einen weiteren Schicksalsschlag zu ertragen.
Die Patientenverfügung habe ich am Montag abgegeben.




Die Blümchen sind für euch- liebe Leser! Ihr seid die Besten!!
Marita

Kommentare:

  1. Liebe Marita,
    ich glaube, die schönen Blümchen hast Du jetzt viel nötiger!
    Alles Gute und vor allem gute Besserung für Deine Mutter!
    Liebe Grüße
    Inge

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  2. Oh je Marita... ich bin in Gedanken bei dir und wünsche dir ganz ganz viel Kraft ! Mich selbst holt bei deinen Erzählungen viel ein und ich kann ganz genau nachfühlen, wie es dir im Moment geht... Ich bete mit dir, dass deine Mama wieder nach Hause kommen darf.

    Ich umarme dich ganz fest,
    Christine

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  3. Ich wünsche deiner Mutter alles Gute.Ich weiß wie grausam das ganze ist mit Ärzten,Krankenschwestern ,ich lerbe es mit meinen Kindern immer wieder und könnte schon Bücher darüber schreiben.Mir fehlt bei der ganzen Sache das Herzliche und Menschliche.
    Ich wünsche dir für die nächsten Tage viel Kraft.
    LG
    Nicole

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  4. Liebe Marita,

    so ist es in vielen Krankenhäusern.

    Hoffnung, Kraft und Zuversicht wünscht dir

    Elisabeth

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  5. Liebe Marita ,
    ich kann deine Wut & Verzweiflung gut verstehen ,
    kenne aber die Situation in den Krankenhäusern zu gut & weiß , dass es zu wenig Ärzte & Schwestern gibt , sie leider meistens nicht nach 8 Stunden nach hause können & oft selbst unter dem Personalnotstand & der angespannten Situation leiden . Da werden dann Angehörige im Stress , oder durch Notfälle einfach vergessen , oder eben nicht gerade freundlich behandelt .
    Das dies nun gerade euch passieren musste ist sehr bedauerlich & für dich & eine Mutti eine sehr unschöne Situation .
    Aber ich hoffe , dass sich nun alles zum Guten wendet , du deine Mutti noch lange umhegen kannst & sie sehr bald wieder nach hause kann .
    Ich schicke dir viel Kraft ,
    allerliebste Grüße ,
    Christine

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  6. Liebe Marita,
    ich kann Deine Reaktion vollkommen nachvollziehen, das Krankenhauspersonal ist total überfordert durch eingeschränkte Besetzung, aber Du hast recht, man kann auch anders reagieren. Ich bin ja so ein Typ der sich sehr schnell aufregt und bewundere Deine Geduld!
    Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Mutti alles, alles Gute, dass sie schnell wieder nach Hause kann und wieder im Kreise ihrer Lieben!
    Ich drück Dich und sende Dir viel Kraft und Zuversicht!
    ganz liebe Grüße Marion

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  7. Hallo liebe Marita,
    immer wieder liest und hört man von den katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern.
    Ich finde auch,man kann wenigstens freundlich bleiben.
    Mein Mann ist im November in der Uniklinik Köln operiert worden und ich kann nichts negatives sagen,im Gegenteil,die Schwestern und auch Ärzte haben alle unsere Fragen beantwortet.Mein Mann war nur kurz auf Intensiv,aber auch dort war alles ok.Die Wartezeit war nur kurz.
    Ich wünsche dir jetzt viel Kraft und deiner Mutter alles Gute.

    Liebe Grüße
    Tilla

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  8. Liebe Marita, erst einmal alles Gute und ich hoffe deine Mutter wird wieder gesund.
    Ich hab da vor Ostern noch einen OP Termin und es liest sich nicht gut. Da wird mir schon Angst und Bange wenn ich die Zustände lese. Keine Zeit und total überfordert, wie lange mag das gut gehen?

    Einen "Gibkraftknuddler" und liebe Grüße
    Angelika

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  9. Liebe Marita,
    ich wünsche dir von Herzen, dass es noch nicht so weit ist....
    dass dir noch mehr Zeit bleibt, um "kräftiger" zu werden -
    die Situation bei Ärzten und in Krankenhäusern ist wirklich schlimm -
    grade in einer Situation wie deiner jetzigen fällt es einem so schwer,
    dies nachzuvollziehen -

    ich denk an dich und drück dich - bleib starkt - viel Kraft und Liebe
    von deinen Kindern -

    herzliche Grüße - Ruth

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  10. Hallo Marita,
    erst einmal wünsche ich für deine Mutter und auch für euch, dass sich das Blatt noch einmal zum Guten wenden möchte und drück euch ganz fest alles was man drücken kann.
    Du, das hört sich typisch nach W. an. So ist es uns damals bei den Eltern auch so ergangen und erst nachdem Jürgen mitten auf dem Gang laut wurde, tat sich was. Es ist echt traurig, dass solche Zustände herrschen.
    GGlG und ich drück euch,
    Christina

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  11. Liebe Marita, ich fühle sehr mit dir ! Das Gleiche habe ich auch schon erlebt!
    Gerade wenn man um ein Familienmitglied bangt und in großer Sorge ist,
    fühlt man sich der Arroganz und Gleichgültigkeit des Personals besonders ausgeliefert!
    Da lernt man um Selbstverständliches zu kämpfen!
    Ich wünsche dir von Herzen,dass du deine Mutter noch eine Weile
    um dich haben darfst und denke an dich!
    Lieben Gruß,Ulla

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  12. Liebe Marita,

    wir hoffen, dass sich alles zum Guten wendet und denken an Euch!

    Liebe Grüße
    ullykat und Familie

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  13. Hallo Marita,
    das hört sich ja knüppeldick an ... ich wünsche trotzdem gute Besserung an Deine Mama ! Die Fachkompetenz der Krankenhäuser hört sich in der Tat katastrophal an. Ich weiß nicht, ob es ein gangbarer Weg wäre, dass über so etwas mal in Presse, Rundfunk, Fernsehen berichtet wird. Das hilft Dir aber in Deiner Situation nicht. Wir fühlen jedenfalls alle intensiv mit Dir !

    Grüße
    Dieter

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  14. Ich wünsche dir sehr viel Kraft liebe Marita ♥
    LG Sabine

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  15. Liebe Marita, ich hoffe es geht deiner Mutter inzwischen wieder etwas besser, ..ich drück dich ganz lieb und denk an dich und deine Familie . LG Tania

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  16. Hier les' ich gleich auch noch. Also ich glaub', das Krankenhauspersonal ist schlichtweg überfordert. Sie leben ja tagtäglich mit diesen Zuständen. Wenn ich nur an unsere Augenklinik denke, Marita! Diese Zustände, alles total überfüllt, jung wie alt und Stuuuunden, die man da wartet, ganz gleich wie "gut" drauf man ist. Da wird das Personal auch schon mal barsch, aber wem will man's verdenken? Es gibt nur 2 Augenkliniken bei uns für den ganzen weiten Raum bis Hannover und selbst von dort kommt man wohl noch her. Wie soll das gehen? Die Betten stehen bis auf den Flur und auch im Bad wird man "zur Not" untergebracht, am besten gar nicht erst aufgenommen sondern gleich wieder nach Haus geschickt.

    Wie Du das Ganze schilderst, so haben wir es schon häufiger erlebt. Es hält so auf - aber es gibt auch Beispiele für eine gute Organisation. Ich verstehe diese Unterschiede auch nicht. Oder hat es was mit Privatpatienten zu tun, denen der Vorzug gegeben wird ... man darf nicht drüber nachdenken ... vor allem, was wird sein, wenn wir erst "so weit" sind???

    Ich kann Dich so gut verstehen, liebe Marita! Es ist so schwer, andauernd liebe Menschen zu verlieren. Ich habe meinen Vati schon sehr früh verloren, er wurde nur knapp über 60. Bin froh, daß ich meine Mutti noch habe, aber sie leidet mehr und mehr - die Augen waren immer ihr Wichtigstes. Inzwischen sind die Hände "kaputt", eigentlich ist überall der Wurm drin und das bei vollem Bewußtsein ... ich selbst komme auch kaum noch zur Ruhe, weil ich immer daran denken muß, besonders wenn das Telefon klingelt, jetzt könnte etwas passiert sein ...

    Ich wünsch Dir alles alles Liebe
    und Deiner Mutter gute Besserung!
    Sara

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