Montag, 28. Januar 2013

Nachdenkliches

Ein Post ohne Fotos. Das ist selten bei mir.

Der Hintergrund dazu ist, dass ich kurz vor Mittag aus meiner Hausfrauen-Routine-Beschäftigung, dem Kochen, jäh herausgerissen wurde. In meiner Nachbarschaft standen Krankenwagen und Notarztwagen. (Ich wohne auf einem sehr kleinen Dorf)
Sofort war dieses eiskalte Gefühl wieder präsent. Die Erinnerung an jenen Abend im November 2011. Die Sinnesempfindungen, wie ich zitternd in der Kälte stand, frierend und schlotternd, Gefühle und Verstand eingeschaltet aber trotzdem war ich wie gelähmt. Tiefe dumpfe Ahnungen und gleichzeitig Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang.  Ein Zwiespalt von Gefühlen und vor allem Ängsten, die man sonst nur am Rande einer Vorstellung des Bewusstseins erlebt.

Der Tod ist groß. Den Schmerz um den Verlust nennt man Trauer. Ich trauere für mich und bin doch für meine Kinder und meine Mutter da. Die Lücke kann man nicht mehr schließen.

Das alles zu verarbeiten braucht Zeit, wahrscheinlich den Rest meines Lebens.

Dass mich der Anblick des Krankenwagens so beschäftigt, liegt nahe.
Mir tut es leid, um die Frau aus meiner Nachbarschaft und ich hoffe auf einen guten Ausgang.
Ich bin auch in Gedanken bei den Angehörigen. Aber die Hilflosigkeit bleibt.
Es liegt nicht in unserer Hand.

Mittlerweile sind gute drei Stunden vergangen und ich habe mich mit ein wenig Arbeit für die Firma am PC abgelenkt.

Anmerken möchte ich noch, dass ich - selbstverständlich - seitdem schon Krankenwagen gesehen habe... vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir meine Gedanken um die immer älter werdene Mutter mache.


Kommentare:

  1. Liebe Marita,

    der 19. November 2011 bleibt mir in Erinnerung.
    Du hast mir damals sofort gemailt.

    Wir müssen weiterhin leben, aber das Leben ist
    anders als zuvor.

    Ich wünsche dir Hoffnung und Zuversicht.
    Selbstverständlich bete ich auch für dich.

    Alles Liebe
    Elisabeth

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  2. Ja liebe Marita, das Datum bleibt in der Erinnerung das kann ich gut verstehen. Es liegt nicht in unserer Macht über Leben und Tod zu bestimmen. Die Trauer bleibt in unseren Herzen, auch wenn wir stark sind.
    Hab viel Kraft und Zuversicht, denn das Leben muss immer weiter gehen.

    Alles Liebe
    Angelika

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  3. Liebe Marita,

    ich hoffe, daß Du in Deinem Herzen viele Daten mit anderen, glücklichen Dingen trägst. Welches Glück, den Menschen an seiner Seite, wirklich zu vermissen!
    Ich wünsche Dir Kraft. Herzlichst, Elke

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  4. Schrecklich,das hängt fest und begleitet dich.Verschwinden wird der Schmerz nie.
    LG
    Nicole

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  5. Liebe Marita,
    ich glaube, diese dunkle Jahreszeit trägt viel dazu bei, dass wir Vorkommnisse, die eigentlich nicht uns betreffen, sehr nahe an uns herankommen lassen - was die Erinnerungen betrifft, habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst nach 25 Jahren der Schmerz noch genauso hochsteigen kann wie zu Anfang - ich glaube, das vergeht nie - wir lernen mit der Zeit, schöne Dinge wieder zuzulassen - zu lachen - uns zu freuen ... aber die Wunde, die in unser Herz geschlagen wurde, hinterlässt eine Narbe, die uns immer wieder in Erinnerung gerufen wird -

    trotz allen Schmerzes möchte ich doch immer wieder so tief empfinden können - es ist ein Teil von mir und auch von dir - du bist ein Mensch, der in seinem Herzen tiefe Gefühle gespeichert hat und das ist schön - ich drück dich und wünsche dir immer ein Licht, einen Freund, wenn es mal wieder arg wird -

    herzlichst -Ruth

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  6. Liebe Marita,der Verlust eines geliebten Menschen ist sicher das schwierigste für uns alle.Du hast es erlebt einen geliebten Menschen zu verlieren,das ist sehr schwer für dich,um so verständlicher ist es wenn du solche Situationen wie heute wieder erfährst das du das alles wieder fühlst.Ich wünsche dir liebe Menschen in deiner Nähe,damit du solche Situationen nicht alleine durchleben mußt.Ich grüße dich ganz herzlichst,Edith.

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  7. Oh Marita, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das für dich ein ganz schrecklicher Moment war ! Das wir sicherlich immer ein sehr ungutes Gefühl in dir hervorrufen... Ich wünsche dir, dass die dadurch entstandenen Sorgen um deine Mama und die vielen schlimmen Gedanken über den Ausgang des Jahres 2011 in den kommenden Tagen wieder schwächer werden können. Es wird Zeit, dass Sonne und Licht zurückkehren in unser aller Alltag, damit wir wieder Kraft und Zuversicht schöpfen können !
    In diesem Sinne - in Gedanken bei dir und mit liebem Gruß,
    Christine

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  8. Liebe Marita ,ich kann dir soooo gut nachfühlen !!!!Man glaubt etwas gut bewältigt zu haben ,aber manchmal braucht es nur einen Funken und man steht wieder mitten drinne .Es war ja für dich und deine Familie auch nicht einfach ,ihr habt den Vater und Ehemann verloren .Das ist soooo schlimm!! Ich kann dich gut verstehen das du Angst vor dem nächsten Ereignis hast .Bei mir ist es ähnlich .Meine Mutter ist 83 wohnt direkt neben uns alleine .Ihr 2. Ehemann ist vor 5 Jahren gestorben ,dann ist sie zu uns gezogen ,seit dem habe ich Angst !!!!Ich träume nachts oft vom schlimmsten .Ich kann dich gut verstehen !!!LG Ina

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  9. Hallo Marita,
    in diesen Zeilen kommt all Deine Trauer 'raus. Etwas paradox: aber hast Du sehr schön geschrieben.

    Gruß Dieter

    p.S.: danke für Deinen Tipp zum Rahmen + Beschriftung; werde ich ausprobieren !

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  10. Liebe Marita ,
    ich denke solche Gefühle wird man nie so ganz los . Es wird immer Situationen geben , die einen kurzzeitig lähmen . Das Wichtigste aber ist doch , dass man mit seinem Leben umgehen kann . Genieße die Zeit mit deiner lieben Mama & lass dich nicht von Sorgen quälen .
    Allerliebste Grüße ,
    Christine

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  11. Liebe Marita!
    Ich kann dir das gut nachfühlen, Schreck und Lähmung und das alles......
    Das Unterbewußtsein hat ja alles gespeichert, was war.
    Und, wie Christine ober mir schreibt, man muß versuchen, mit dem Leben umzugehen und es auch geniessen.
    Auch mein Papa ist schon sehr betagt und deine Gedanken kenne ich.
    Alles Liebe....fühle dich zart umärmelt!
    Liebe Grüße von Luna

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  12. Hei!ich sage der lieber Gott ist auch für uns da...Bussi.Luciene.

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  13. Ach, liebe Marita,
    mir steht das ja auch noch bevor. Erst kürzlich war ich auf einer Beerdigung. Meine Mutti ist nun sogar noch älter, da kann das jeden Tag sein. Ich schiebe es auch weit weg von mir. Und wenn ich mal einen Unfall- oder Krankenwagen - besonders in der Nähe meiner Mutter sehe, kriege ich es auch gleich mit der Angst zu tun. Meinen Daddy hab' ich schon sehr lange nicht mehr und die Mutter zu verlieren ist für mich auch unvorstellbar schlimm. Doch wer wird schon so alt?? Ich mag wirklich nicht dran denken und hoffe, daß in der Stunde der Not dann Trost da sein wird ...

    Von Herzen
    Sara

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